DYNAMODYSE
Bereits in der Fahrschule wird einem beigebracht, beim Spurwechsel einen Schulterblick zu machen. Dynamodyse hat einen Führerschein, aber Schulterblicke macht er schon lange.
Behütet auf dem Land aufgewachsen, fernab von der schnelllebigen Stadt war es eine Radiosendung, die ihm ein Gefühl vermittelte, welches er genauer kennen lernen wollte. Das Eins Live Treibhaus, ein samstäglches Radioformat das von Ingo Sänger und Steffen Irlinger bespielt wurde, weckte in dem Jungen große Sympathien, die Rede ist von Deep House.
Es waren diese gewissen Chords, Pianos, Flächen und zuletzt auch die Langsamkeit, die ihn beeindruckte. Ohne daran zu denken, eine DJ-Tätigkeit ausüben zu wollen stöberte er in Plattenläden und fühlte sich wahrscheinlich wie Neil Armstrong, als er den Mond betrat, wenn er Platten fand, die er zuvor auf Kassette aufgezeichnet hatte.
Ein Freund schenkte ihm irgendwann vier Grundig Bausteine, wovon lediglich der Plattenspieler überlebt und die Sammelleidenschaft geweckt hat. Da der musikalische Kosmos endlos scheint, füllte sich sein Regal schnell mit unterschiedlichsten Platten, bevor das Verlangen aufkam, zwei Platten nahtlos miteinander zu verbinden. Die Betonung liegt hierbei auf Platten.
Dynamodyse ist eine sehr begeisterungsfähige Person, die viele Leidenschaften besitzt, neben Schallplatten sammelt er Aufkleber, Skateboards, Magazine; und Eindrücke, die er fotografiert. Und mit der Musik ist es ähnlich: Afro Disko, Dub, Reaggea, alter Independent Kram und elektronische Musik in all ihren Spielarten. In Schubladen lässt er sich ungern stecken. Kann man auch irgendwie gar nicht. Wenn es aber sein muss nenne es einfach Chordhouse oder Musique Populaire.
Ende September diesen Jahres erschien seine erste eigene Veröffentlichung auf dem belgischen Label WE PLAY HOUSE.

DYNAMODYSE